Landschaften mit exotischer Vegetation, etwa ein See, in dem Haiying Xu als Kind gebadet hat, bilden die Szenerie für die Erinnerungsbilder. Auf diesen vertiefen sich chinesische Mädchen in liegender, teils schlafender Haltung in ihre innere Vorstellungswelt, scheinen von ihrer Heimat zu träumen, während sie sich teilweise gleichzeitig dabei betrachten.
In diesen kontemplativen (Selbst-)Porträts tauchen - wie Gedankenfragmente oder vorüberziehende Sequenzen eines Traums - Motive des traditionellen chinesischen Schattentheaters, ausdrucksstarke Masken der Peking-Oper, Prinzessinnen, gute Geister, Tiger und geheimnisvolle Fabelwesen der chinesischen Sagen- und Märchenwelt auf, die Haiying Xu schon als Kind fasziniert haben. 

Die Künstlerin kontrastiert diese Elemente der chinesischen Kultur, etwa den bunten Fisch, Symbol für Wohlstand und das traditionelle chinesische Frühlingsfest, mit jungen Chinesinnen in moderner westlicher Freizeitkleidung. Diese Inszenierung verdeutlicht nicht nur die doppelte kulturelle Identität der Künstlerin, die Diskrepanz zwischen West und Ost, sondern auch zwischen den vom Vergessen bedrohten kulturellen Traditionen Chinas und dem modernen Leben in globalisierten Wirtschaftsnationen.

Haiying Xu's zentrales Thema sind Mädchen, dargestellt als modische Zeitgenossinnen, die in immer neuen Kleidern, Frisuren und Körperhaltungen auftreten. Mit dieser malerischen Homage würdigt Haiying starke, selbstbewusste und eigenwillige junge Frauen, die durch Reisen die Welt entdecken und sich behaupten.

Gerade die Teenagerzeit interessiert sie besonders, da in dieser emotional sehr spannenden Übergangsphase entscheidende Weichen für die weitere Persönlichkeitsentwicklung gestellt werden.

 

Text von Dr. Cornelia Friedrichs.

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